Radschnellweg im Sommer 2021

Die Entwicklung der Radschnellwege hat nach langer Zeit endlich eine wichtige neue Stufe erreicht. Die ausführliche Machbarkeitsstudie liegt nun vor.
Im August 2021 hat die Metropolregion Hamburg auf einer Pressekonferenz den momentanen Stand der Dinge vorgestellt.

Da dort doch sehr umfangreich Information vorhanden ist, ist hier im Folgenden eine kommentierte Übersicht daraus zum besseren Verständnis zusammengestellt.
Das gesamte geplante RSW-Netz im Großraum Hamburg ist als echtes Universum neu im Entstehen. Hier ist es in seiner Gänze mit etwas künstlerischer Freiheit gezeichnet:

karte-radschnellnetz

Wie der ganze Prozess von Idee bis Fertigstellung aussieht, zeigt sehr gut dieser kleine Film.

Die erste Idee zum RSW war wohl etwa 2010. Der jetzige Stand ist die hier vorliegende Machbarkeitsstudie. Dabei ist es Wille der Politik, dass unser RSW Elmshorn-Hamburg Vorrang in der Fertigstellung hat vor den anderen RSWs. Das Herz dieser Machbarkeitsstudie ist diese Detailkarte RSW Elmshorn-Hamburg, die wegen ihrer Dateigröße hier nur als link vorhanden ist.

Wie gut zu sehen ist, die RSW-Trasse unterquert bei Prisdorf die Bahn-Trasse und verläuft dann südlich und immer dicht an dieser bis Schwimmbad Elbgaustrasse. Dort gabelt sie in einen Eimsbüttel- und in einen Altona-Teil mit noch genauer zu konzipierenden Verläufen. Die Altona-Trasse führt vom Schwimmbad Elbgaustrasse durch schönes Grün durch Schrebergärten und Volkspark nach Diebsteich. Das scheint auch gut machbar zu sein. Die Eimsbüttel-Trasse führt vom Schwimmbad Elbgaustrasse hingegen durch schwieriges Gewerbegebiet und quert die Bahntrasse nach Norden bei einem Bahnhof. Viel weiter ist man hier nicht. Problem wird auch immer sein: Was ist, wenn eine Großveranstaltung im Volkspark ist?

Nach jetzigem Diskussionsstand soll auch der Halstenbek-Abschnitt als erster fertig gestellt werden. Für Halstenbek bleibt aber noch die offene Frage, wie Grundstückskäufe und Bahninteressen im Abschnitt Thesdorf bis Wilhelmstrasse, nämlich am bekannten Trampelpfad am Bahndamm über die Düpenau, geregelt werden können. Alternativ käme dann aber der längere Weg über die vorhandene Fahrradstraße Thesdorfer Weg in Betracht. Zwei dicke Probleme sind die Querungen bei S-Halstenbek und 7-Tunnel. Mit jetziger Durchführung werden sie den Radverkehrsfluss sicher bremsen. Nach Vorbildern in Europa weiß man, dass Brücken für derartige Querungen für Radfahrer sinnvoll sind und auch gebaut werden. Nicht sofort, sondern mit der Entwicklung der immer stärkeren Nutzung erscheint dies dann zwingend notwendig, vor allem auch durch die Nähe zu Hamburg bedingt.
Wir behaupten mal, in 30 Jahren gibt es diese Brücken!
Der übrige Trassenverlauf in Halstenbek bedarf nun im Weiteren der Feinabstimmung und der Diskussion vor Ort in Halstenbek mit den Halstenbekerinnen und Halstenbekern.

Zur Historie
Es hat Befahrungen aller möglichen Routen gegeben mit Planern, Verwaltungsmitarbeitern aus Kreis, Halstenbek, Eimsbüttel und Altona gegeben. Daran war der ADFC Halstenbek stets beteiligt. Es fanden auch zahllose Gremiensitzungen statt.
Dann fanden 2 öffentliche Ideenworkshops zur Meinungsfindung statt, erst im Kreis Pinneberg und dann in Lurup. An beiden war der ADFC Halstenbek ebenfalls beteiligt.

Der eigentliche Abschlussbericht der Machbarkeitsstudie mit einer Fülle an Infos gliedert sich in Teil 1, mit einem Vorwort unserer Landrätin Elfi Heesch, Teil 2, Teil 3 und Teil 4, der Menge wegen hier nur als links aufgeführt. Das Titelfoto zeigt die vorhandene Brücke über die Lübzer Strasse in Idealform.

Der ganze komplette Bericht lädt ein zum Stöbern und Entdecken von viel Interessantem.
Wir alle sind auf einem langen Weg bis hier schon weit gekommen. Viele haben mit viel Zeit und Leidenschaft sich für ein großartiges Projekt eingesetzt. Dafür danken wir allen Beteiligten. Insbesondere wollen wir unseren Dank sagen bei Susanne Elfferding von der Metropolregion Hamburg und Hartmut Teichmann von der Kreisverwaltung Pinneberg.
Wie geht es weiter?
Nun wird die öffentliche Diskussion folgen. Dann kommt die Detailplanung (wenn alle Hindernisse beseitigt sind). Wann der RSW dann endlich fertig ist? Das steht wohl irgendwo in den Sternen oder noch ganz woanders.
Wir, der ADFC Halstenbek, bleiben aber immer am Ball für einen besseren Radverkehr!